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Änderungsantrag FR-01-108

Veranstaltung: 38. Ordentliche Bundesdelegiertenkonferenz
Ursprungsantrag: Freiheit Grün Gestalten - emanzipatorisch und partizipativ, verantwortungsbewusst und solidarisch
AntragsstellerIn: BAG Tierschutzpolitik (Beschluss vom 30.10.2014)
Status: Eingereicht
Eingereicht: 31.10.2014, 12:26 Uhr

Änderungsantragstext

Im Absatz von Zeile 104 bis 112
Klar ist für uns, dass es Regulierung und Vorschriften braucht, aber auch freien Raum für neue Ideen und kreative Ansätze. Dabei wird es immer wieder nötig sein, in die individuellen Freiheiten und Interessen einzugreifen. Doch konzentrieren wir uns als Anwälte der BürgerInnen bei der notwendigen Regulierung darauf, die Strukturen zu verbessern. Im Lebensmittelbereich setzen wir also bei den ProduzentInnen an und nicht bei den KonsumentInnen. Ob jemand am Donnerstag Fleisch isst oder nicht, ist uns herzlich egal. Vielmehr wollen wir hohe ökologische Standards und Tierschutz durch artgerechte Haltung durchsetzen und die VerbraucherInnen besser über die Produktionsbedingungen aufklären.
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Begründung

Es ist uns weder egal was jemand am Donnerstag isst, noch was an einem anderen Tag der Woche gegessen wird. Genauso wenig ist es uns egal, wie oft jemand fliegt, ob er Energie spart, sein Haus isoliert oder Müll trennt.
Die Freiheit des Einzelnen hört dort auf, wo die eines anderen anfängt. Das ist auch bei der Ernährung so. Der enorme Fleischkonsum in unserer Gesellschaft geht nicht nur mit untragbaren Zuständen in der Massentierhaltung einher, sondern auch mit der Verschwendung natürlicher Ressourcen, der Rodung von Regenwald und trägt zudem zum Welthunger bei.
Fakt ist, dass Viehzucht das Klima stärker schädigt als der gesamte Verkehrssektor, rund 90 Prozent der Zerstörung des tropischen Regenwaldes durch Massentierhaltung verursacht wird und dass ein Drittel des Getreides auf der Welt inzwischen verfüttert wird, während 20 Millionen Menschen jährlich an den Folgen von Unterernährung sterben.
Das darf uns nicht egal sein! Weder donnerstags, noch an einem anderen Tag.
Immer mehr Menschen begreifen, welche Bedeutung ihr Konsumverhalten hat und ändern ihre Ernährung. Seit 2007 hat sich die Zahl der VegetarierInnen in Deutschland verdoppelt. Aktuellen Erhebungen zufolge leben in Deutschland rund 8-9 % der Bevölkerung vegetarisch.
Auch wenn manche GRÜNE den Eindruck hatten, dass der Veggie Day der Partei im Wahlkampf geschadet haben könnte, ist dies kein Grund, das Thema Ernährungswende aus unserer politischen Agenda zu streichen und damit in einer mittlerweile in weiten Teilen der Gesellschaft geführten Debatte zum Schlusslicht zu werden.
Wollen wir WählerInnen (wieder-) gewinnen, so sollten wir daran arbeiten unsere Überzeugungen besser zu transportieren, statt sie über Bord zu werfen.


UnterstützerInnen

UnterstützerInnen:
keine